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34. Jahrestagung der GPPP 2020

In den letzten Jahren hat die externe Fremdbetreuung von Kleinstkindern, insbesondere mittels Kinderkrippen,sehr stark zugenommen. Gründe sind häufig wirtschaftlich bedingt: Neben Vätern sollen auch Mütter möglichst früh und umfassend ins Erwerbsleben eingegliedert werden. Auf ihnen lastet ein entsprechender Druck, während zeitlich intensives mütterliches Engagement, selbst mit ihren Kindern unter drei Jahren, nur zu leicht abgewertet wird. Die Interessen der Kinder und entwicklungspsychologische Erkenntnisse bleiben dabei zu wenig berücksichtigt. Eltern werden mittels der aktuellen Familienpolitik beruhigt: Krippenerziehung fördere ihre Entwicklung oft mehr als eine Familie dies vermöge. Es liegen jedoch zahlreiche wissenschaftliche Studien zur institutionellen Früherziehung vor, die auf erhebliche psychische und körperliche Risiken der Krippenerziehung hinweisen. Dies wird bisher noch kaum reflektierte Folgen für Familien und die Gesellschaft haben.

Die psychohistorische Forschung zu der Geschichte der Eltern-Kind-Beziehungen hat zeigen können, dass die Friedensfähigkeit und die Reife einer Gesellschaft im Wesentlichen von der Qualität der frühen Eltern-Kind-Beziehungen abhängig ist und die gesellschaftlichen Errungenschaften der Menschenrechte und der Demokratie ihren Hintergrund in der Verbesserung dieser Beziehungen in den letzten 200 Jahren haben. Demgegenüber sind die oben genannten Entwicklungen ein Rückschritt, der dringend der Reflexion bedarf, wofür die Tagung ein Forum sein soll. Ein Umdenken ist notwendig, verbunden mit einer Hinterfragung von einseitig wirtschaftlich orientierten Werten.

„Die ersten Jahre des Lebens sind wie die ersten Züge einer Schachpartie,sie geben den Verlauf und den Charakter der Partie vor.“ (Anna Freud)

Details

Beginn:
27. März 2020
Ende:
29. März 2020
Veranstaltungskategorie:

Veranstalter

Gesellschaft für Psychohistorie und Politische Psychologie GPPP gem. eV

Veranstaltungsort

Heidelberg